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Das Ziel fest im Auge: Der Gipfel des Pico da Neblina
Das Ziel fest im Auge: Der Gipfel des Pico da Neblina

Amazon Neblina Tours ist die regionale Organisation von Amazon Travel Brazil, die wiederum zur Gruppe Southern Cross Tours & Expeditions gehört. Neben einer Anzahl von Reisen und Touren, die in das weniger bekannte und wilde Hinter­land Brasililens führen und deren Schwer­punkt auf Natur, Kultur und sozialen Aspekten liegt, ist das Trekking auf Brasiliens höchsten Berg, den 2.994 m ü. NN hohen Pico da Neblina, sicher­lich die anspruchvollste aber auch be­frie­digend­ste / lohnendste für den erfahrenen Reisenden und Trekker. Als einziger Veranstalter für Reisen mit Expe­ditions­charakter unterhält „Amazon Neblina Tours” eine eigene Operations­basis in São Gabriel da Cachoeira. Dadurch ist es uns möglich, die besten Lösungen und Optionen für Expe­di­tionen und Touren in die Tiefen des Ama­zonen­sischen Regen­waldes anzubieten und dabei gleichzeitig das einmalige Erlebnis mit dem Sicher­heits­faktor in Einklang zu bringen.

Sonnenuntergang am Pico da Neblina
Sonnenuntergang am Pico da Neblina

Der Pico da Neblina ist Teil des Imeri-Massivs und liegt im Bundesstaat Amazonas. Seine nördlichen Ausläufer bilden die Grenze zu Venezuela. Der Berg liegt im 22.000 km² großen Nationalpark gleichen Namens und ist schwer zugänglich. Den Teilnehmern unserer Expedition wird ein einmaliges Erlebnis geboten, wenn sie in die Tiefen der unberührten und ungezähmten Wildnis vordringen und ein großartiges Spektrum von komplexen Lebensformen und die Interaktion in Flora und Fauna des Tropischen Regenwaldes kennenlernen. Die drei wichtigsten Vegetationsstufen in Amazonien sind die Igapós, überfluteter Wald im Tiefland, der Várzea-Wald mit seinen fruchtbaren Böden und die Terra firme mit ihren circa 215 Arten an Harthölzern allein. Daneben haben wir den Nebelwald am Pico da Neblina, wo die Vielfalt von Epiphyten, Orchideen und Bromelien seinesgleichen sucht und damit den Reisenden und Naturliebhaber für den anstrengenden Aufstieg reich entlohnt.

Yanomami-Indios mit Kriegsbemalung
Yanomami-Indios mit Kriegsbemalung

Das Zielgebiet ist eine weit abgeschiedene Region, die im tiefsten Amazonien liegt. Ausgangspunkt der Expedition ist das Städtchen São Gabriel da Cachoeira, das in zweistündigem Linienflug ab Manaus erreicht werden kann. Großflächig angelegte landwirtschaftliche Aktivitäten wie Sojaplantagen, Rinderzucht, Holzschlag wird man hier vergeblich suchen. Die Region beherbergt auch das größte Yanomami-Reservat Brasiliens.

Über den von „Amazon Neblina Tours” ins Leben gerufene Fond NOTIWA – Zukunft Yanomami erhält die AYRCA, Yanomami Gemeinschaft des Rio Cauaburi und seinen Nebenflüssen, von jedem Reisenden, der das Reservat betritt und sich in einem der Dörfer für einige Tage aufhält, 200 US$ (im Preis inbegriffen). Es ist vereinbart, dass dieses Geld für die Gesundheitsfürsorge der Yanomami Kinder und deren Ausbildung unter Berücksichtigung traditioneller Werte verwandt wird. Im Gegensatz zu Anderen, vor allem auch Nicht-Regierungsorganisationen und Privatpersonen machen wir hierüber keine Publicity in den Medien.

Yanomami
Yanomami

Der Stamm der Yanomami besiedelt allein in Brasilien mit einer Bevölkerung von 15.682 Menschen eine Region von 96.650 km² in den Bundesstaaten Amazonas und Roraima. Auf der venezolanischen Seite dürfte der Stamm in Fläche und Einwohner etwa gleich groß sein. Jäger und Ackerbauer des tropischen Regenwaldes, die sie seit jeher sind, sahen sie sich wie andere indigene Kulturen Brasiliens von ständigen Invasionen vor allem von Goldsuchern, Holzfällern und von eingeschleppten Krankheiten bedroht.
Obwohl die Verwaltung der Indianergebiete der Bundesbehörde FUNAI untersteht, hat der Stamm seit jeher eine gewisse Sonderstellung. Den Behörden begegnet man sehr selbstbewusst und artikuliert und vertritt unter gemeinsamer, gut organisierter Führung Entscheidungen und Interessen des Stammes. Die Yanomami nennen ihr Land „urihi” oder Waldland. Dieser Raum, den wir Natur nennen und der uns für die ökonomische Ausbeutung zur Verfügung steht, ist für die Yanomami nicht inaktiv, sondern eine lebende Einheit, eingebettet in ein komplexes System von kosmischer Dynamik und Austausch zwischen Menschen und Nichtmenschen. Ein Raum, der heute bedroht ist von blindem Raub durch den weißen Menschen. Wie einst der visionäre Führer Davi Copanawa Yanomami warnte:

„Das Waldland kann nur sterben, wenn es vom weißen Mann zerstört wird. Dann werden Bäche und Flüsse verschwinden und Erde und Bäume werden vertrocknen und die Felsen und Berge in der Hitze auseinanderbrechen. Die Xapiripë Geister, die im Hochland leben und im Wald spielen, werden dann fliehen und ihre Väter, die Schamanen, können sie nicht mehr anrufen, um uns vor Schaden zu bewahren. Das Waldland wird trocken und leer und die Schamanen werden die Rauchepidemien nicht mehr zurückdrängen können und andere schlechte Ereignisse weden uns Krankheiten bringen. Dann werden alle sterben.”

Der schwimmende Hafen von Manaus
Der schwimmende Hafen von Manaus

Um dieses einzigartige Ökosystem, genannt Amazonien, besser kennen zu lernen, haben wir in den Reiseablauf einen Aufenthalt in Belém eingebaut, der Hafenstadt am Atlantik und Hauptstadt des Bundesstaates Pará, von wo aus die Region Anfang des 17. Jahrhunderts von den portugiesischen Kolonisatoren erkundet wurde. Wir halten auch einen Tag in Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, für wichtig, um die vergangene und gegenwärtige Entwicklung der Region zu verstehen. Ausgangspunkt der Expedition ist São Gabriel da Cachoeira (SGC), Militärstützpunkt und Salesianer-Mission am Oberlauf des Rio Negro. SGC ist per Linienboot oder Flugzeug (zweimotorige Turboprop) ab Manaus zu erreichen. Ab SGC geht es 85 km per Auto mit 4-Radantrieb über abenteuerliche, fast immer schwer verschlammte Lehmpisten, zur Ablegestelle des Rio Ia-mirim. Von dort aus sind wir mit dem Boot zwei weitere Tage unterwegs auf dem Rio Ia und Cauaburi bis zur Mündung des Rio Tucano, ab der wir unsere Expedition zu Fuß fortsetzen. Nach fünf Tagen Aufstieg (36 km) erreichen wir den Gipfel des Pico da Neblina.

 

Wissenschaftliche Bedeutung

Endemische Flora am Gipfel des Pico da Neblinas
Endemische Flora am Gipfel des Pico da Neblinas

Neben der landschaftlichen Schönheit von Brasiliens höchstem Gipfel ist es die wissenschaftliche Bedeutung des Pico da Neblina Nationalparks, die von vielen berühmten Forschern wie De Spruce, McGuire, Froes, Vanzoline, Prance, Pires und anderen als absolut spektakulär herausgestellt wird.

Die Hochwiesen des Pico da Neblina zeigen die größte bekannte endemische Dichte aller brasilianischen Hochlandformationen auf und ca. 50% der hier vorhandenen Arten sind völliges Neuland für die Wissenschaft. Ohne Zweifel wird die Zukunft hier eine neue Welt enthüllen, vor allem in der Botanik.

Einige Tier- und Pflanzenarten, die in der Region beobachtet werden können:

  • Papageien
    Gelbbrust-Aras, Grüne Aras, Ara chloroptera, Ara macao, Kurzschwanzamazone
  • Andere Vogelarten
    Bunt- und Riesentukane, Halsbandarassaris, Schlangenhalsvögel, Erzfischer, farbenprächtige Kolibris, mehrere Raubvogelarten, exotische Tangare
  • Spinnen
    Vogelspinnen (Theraposa leblondi), Geißelspinnen, Schwarze Witwe (Latraodectus mactans), Loxoceles, Phoneutria, Lycosas
  • Säugetiere
    Faultiere, Capyvara (Wasserschweine), Tapire, Riesenotter, Paca, schwarze und braune Brüllaffen, Kapuzineraffen, Spinnenaffen, Boto-Flussdelfine
  • Fische
    Zierfische, Piranhas, Piracuru
  • Reptilien
    Buschmeister, Lanzenotter, Erzspitznattern, Kaimane, Grüner Leguan
  • Amphibien
    Pfeilgiftfrösche, Baumsteigerfrösche
  • Schildkröten
    Arraus
  • Schmetterlinge
    Papilio, Heliconius, Morpho-Falter
  • Bromelien und Orchideen
    Peitschenorchideen, Coriantes, Cataseto, Aechea aquilega, fleischfressende Arten wie Hellianphora tatei var.neblina, Brachinnia, Drosera, Utricularias und die erst vor einigen Jahren entdeckte Art Heliamphora hispida spec.nov
  • Gehölze
    bis zu 50 Meter hohe Paranussbäume (Bertholletia excelsia), Kautschukbäume (Hevea brasiliensis), Assai- und Buriti-Palmen (Euterpe sp.)

und viele, viele mehr...

 

 

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